Zum zweiten Mal gab der Musikzug auch im Herbst ein Konzert. "Wir sind so oft gefragt worden, warum wir erst im Dezember die Weihnachtsmatinee spielen würden, dass wir unserem treuen Publikum den Wunsch nach einer Verkürzung der Wartezeit gerne erfüllen wollten", erläutert der Musikzugführer Michael Ibing. Und fügt schmunzelnd hinzu: "Und dann kam ich gerade hierher und wurde doch tatsächlich gefragt, warum wir erst zu Weihnachten wieder das nächste Konzert geben ..." Genauso heiter wie die Begrüßung und passend zum spätsommerlichen Wetter war das gesamte weitere Konzert, moderiert vom Ehrenmusikzugführer Helmut Gießmann, der selbst lange Jahre den Stab führte.

Zur Einleitung wurde mit dem Rainer-Marsch ein Mitbringsel von der Konzertreise des Orchesters nach Österreich präsentiert, bevor mit der "Queen's Park Melody" von Jacob de Haan das bunte spätsommerliche Treiben in einem Stadtpark musikalisch beschrieben wurde.

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Bild: Gerhard Bartsch
Besonderes musikalisches Highlight war aber diesmal die Mitwirkung der Sängerinnen und Sänger des Meisterchores "Pro Musica Vocale", die sowohl a capella (z.B. im Stile der Comedian Harmonists) als auch gemeinsam mit dem Orchester zu hören waren. Sehr großen Anklang fand besonders das wunderbar getragene "Memory" aus Andrew Lloyd Webbers Musical "Cats". Perfekt vorgetragen - "und das getrennt geprobt und nach nur 10 Minuten Generalprobe", wie Ibing erläuterte. Er fand dann auch am Ende des Konzertes manche Gemeinsamkeiten der Ensembles: "Der Chor Pro Musica Vocale singt teilweise regelrecht avantgardistisch und läßt damit den klassischen Chorgesang genau wie das Orchester des Musikzuges die klassische Blasmusik weit hinter sich!"

Im Programm folgten Musik aus Film und Musical bekannter Komponisten wie Henry Mancini und Cole Porter sowie Ohrwürmer und Evergreens wie Gietz' "Lady Sunshine". Weiterer Höhepunkt war eine Eigenkomposition Gießmanns mit "Notruf 112" als Erkennungsmelodie für die Feuerwehr. "Diesmal hab ich mir was eigenes ausgedacht. Sonst sagt der Michael ja immer zu mir: Ich war gestern zum Essen beim Griechen, oder beim Italiener, die haben immer so schöne Musik im Hintergrund laufen, kannst du uns nicht mal sowas schreiben..." Der revanchierte sich prompt - und sorgte für minutenlange Heiterkeit beim Publikum: "Helmut, was ich noch sagen wollte: Ich war letztens beim Chinesen ..." Nicht ohne Zugaben wurde das Orchester entlassen. Fazit: Es war mal wieder ein rundum gelungener, kurzweiliger Sonntagmorgen!